Kaufinteressenten für Spielcasinos
Von Michael Bock

Magdeburg. In den Verkauf der landeseigenen Spielbanken in Magdeburg, Halle und Wernigerode ist Bewegung geraten. Nachdem das Innenministerium die Casinos im Februar in einem sogenannten Interessensbekundungsverfahren europaweit ausgeschrieben hatte, beginnen bereits heute im Finanzministerium erste Gespräche mit Kaufinteressenten. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums der Volksstimme gestern auf Anfrage. Seinen Angaben zufolge gibt es derzeit sechs potenzielle Käufer, die vom Innenministerium bereits auf ihre Zuverlässigkeit überprüft wurden.

Die weiteren Verhandlungen, die auch eine Bewertung des wirtschaftlichen Konzepts beinhalten, führt das Finanzministerium. Das Finanzressort verhandelt zudem den anschließenden Verkaufsvertrag.


Wegen massiver Umsatzeinbrüche ( Die Einnahmen aus Roulette, Black Jack und Automatenspiel gingen von 10, 8 Millionen Euro im Jahr 2002 auf zuletzt 5, 3 Millionen Euro zurück. ) und deswegen erforderlicher Finanzspritzen aus der Landeskasse – zuletzt war eine drohende Insolvenz mit einer Extra-Zahlung von zwei Millionen Euro verhindert worden – hatte sich die CDU / SPD-Koalition 2008 zu einem Verkauf der eigenen Spielbanken durchgerungen. Der Koalitionsvertrag von 2006 hatte das noch ausgeschlossen.

Auch der Landesrechnungshof hatte sich immer wieder für einen Verkauf der landeseigenen Spielbanken ausgesprochen. Wenn die Veräußerung zu einem " akzeptablen Preis " scheitern sollte, sei sogar " die Liquidation zu prüfen ", empfahlen die obersten Kassenprüfer.

Eine Privatisierung der Casinos war bereits 2004 auf Druck der FDP, die seinerzeit mit der Union in der Regierung war, zunächst angeschoben, dann aber gestoppt worden. Der damals angepeilte Verkaufserlös von bis zu 18 Millionen Euro gilt wegen der jetzt schlechter gewordenen Lage als nicht mehr erzielbar.

In den Casinos sind derzeit knapp 100 Mitarbeiter beschäftigt. Die Gewerkschaft Verdi lehnt eine schnelle Privatisierung ab.

Quelle: volksstimme.de