Die Novomatic stellt demnächst das erste Spiel als App zur Verfügung. Der Milliardenmarkt für Internetspiele erhält durch Smartphones noch mehr Dynamik.

Im Match um die Lizenzen für 15 Spielbanken, die Lotterien und eine Poker-Konzession in Österreich bringen sich gerade die Interessenten, allen voran Casinos Austria und Novomatic, in Stellung. Die Novomatic, die mit 80.000 produzierten Spielautomaten und als Betreiber von weltweit rund 1000 Spielbanken und Automatenkasinos Europas größter integrierter Glücksspielkonzern ist, hat noch einen größeren Jackpot im Visier: das Internetspiel, das durch Smartphones mobil wird. „Wir bringen in wenigen Wochen erstmals ein von uns entwickeltes Spiel als App auf das iPhone“, hat Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt anlässlich der globalen Branchenmesse ICE in London angekündigt.

Derzeit machen Internetspiele weltweit zehn Prozent des Gesamtvolumens von 200Mrd. Dollar aus, schätzt Friedrich Stickler, Chef der Lotterien und für die Onlinespiele-Plattform „Win2Day“ verantwortlich. 90Prozent entfallen auf physische Spiele, also Spiele in Spielbanken (Roulette, Black Jack, Poker), an Automaten oder die Lotterien. In zehn Jahren dürfte sich das Verhältnis auf 30:70 verschoben haben. So lauten internationale Schätzungen, die sich auf der Messe nachvollziehen lassen: Die schönen Roulettetische sind fast verschwunden und von Softwareanbietern und Spieleentwicklern in den Hintergrund gedrängt.


Allianzen mit Mobilfunkern

Um Spiele auch Nutzern anderer Smartphones (außer dem iPhone) zugänglich zu machen, verhandelt die Novomatic „mit so gut wie allen großen Netzbetreibern in Europa – auch der Telekom Austria“, sagte Wohlfahrt. Da die Geräte sich dauernd änderten, brauche man diese Allianzen mit den Mobilfunkern.

Die zu den Casinos Austria gehörenden Lotterien sind zwar noch nicht so weit, „wir denken natürlich darüber nach und sprechen auch schon mit Netzbetreibern“, sagte Stickler. „Win2day“ hat jedenfalls vor einem halben Jahr den kleinen Spieleentwickler Robcat gekauft, der derzeit elf Onlinespiele hat.

Die Novomatic hat bereits 750 elektronische Spiele entwickelt und vergibt sie in Lizenz an Kooperationspartner, wie etwa die Sky-Gruppe von Rupert Murdoch in Großbritannien. Diese Spiele können über den PC oder Internet-TV gespielt werden. Wohlfahrt geht davon aus, dass mittelfristig 100Spiele online gestellt werden.

Das erste Spiel als App auf dem iPhone wird als Unterhaltungs- und nicht als Glücksspiel angeboten. Denn die Novomatic hat noch keine österreichische Onlinelizenz. Auch in Europa fehlt eine einheitliche Regelung, daran wird aber schon gearbeitet.

„Es muss auch zu einer Steuerharmonisierung kommen“, fordert der Novomatic-Chef. Solange es in den EU-Ländern unterschiedliche Steuersätze und Regelungen gebe, „hat eine Richtlinie keinen Effekt“.

Nach wie vor gelten Malta und Gibraltar als Zockerparadiese: Sie heben so gut wie keine Steuern ein. In Deutschland beträgt die Spielbankenabgabe 80 Prozent vom Bruttospielertrag, in Österreich nach der Novelle 30 Prozent.